Amsel

Vom Wald- zum Hausvogel

 

Fakten in Kürze:
Wissenschaftlicher Name: Turdus merula
Länge: 24–25 cm
Flügelspannweite: 34-38,5 cm
Brutzeit: März bis August; 2 Bruten im Jahr
Nest: Napf aus trockenen Halmen, Mulde aus nasser Erde, mit feinem Pflanzenmaterial ausgekleidet, auf Bäumen, Mauervorsprüngen, Balken, in Büschen und Hecken
Eier: 4-5; bläulich grün mit rostroter bis brauner Fleckung
Alter: über 15 Jahre
Wissenswertes:
Amseln sind ursprünglich Waldbewohner. Auch heute noch sind sie bei jedem Waldspaziergang anzutreffen.

Früh am Morgen, noch bevor die Sonne aufgeht, erklingt das Zwitschern und Schwatzen der Amsel. Auch in den Abendstunden lässt sie ihren Gesang bis lange nach Sonnenuntergang erklingen. Obwohl die Amsel, auch Schwarzdrossel genannt, ursprünglich im Wald zuhause ist, hat sie vor ca. 150 Jahren den Weg in unsere Vorgärten gefunden. Mittlerweile ist sie aus unserem Umfeld nicht mehr wegzudenken. Die schwarzen Drosseln lassen uns sogar an ihrem Familienleben teilhaben, wenn sie ihre Nester in Menschennähe bauen. So lässt sich sehr schön beobachten, dass die noch flugunfähigen Jungvögel neugierig aus dem Nest hüpfen und auf Erkundungstour gehen. Die Eltern finden ihre Zöglinge überall und füttern sie, wo auch immer diese sich gerade herumtreiben. Deshalb ist es auch nicht notwendig, „hilflos“ schreiende Jungamseln mitzunehmen um sie aufzupäppeln. Wenn sich der Jungvogel allerdings nahe einer offensichtlichen Gefahrenstelle wie zum Beispiel einer Straße aufhält, kann das Vöglein problemlos mit den Händen aufgenommen und an einen nahen, geschützten Platz gebracht werden. Die Eltern werden ihren Sprössling trotzdem finden und weiter füttern. 

Das Gefieder kann bei Bedarf aufgeplustert werden, so vergrößert sich die wärmende Isolierschicht.

Wenige wissen , dass manche Amseln Zugvögel sind. Das mag unter anderem daran liegen, dass sie uns auch im Winter besuchen. Die früheren Waldamseln waren Zugvögel, die im Herbst nach West- und Südeuropa flogen. Mittlerweile haben sich die Amseln in Ziehende und Bleibende unterteilt, wobei sich hauptsächlich Männchen und Altvögel auf die Reise machen. Ziehende und Bleibende unterscheiden sich im Erbgut. Der Anteil der Zug- und Standamseln schwankt im Laufe der Jahre. Nach milden Wintern haben die Standhaften im Frühjahr Vorteile, da sie sich als erstes die besten Reviere schnappen können. Damit liegt die Chance auf eine erfolgreiche Aufzucht höher und es gibt für sie mehr Nachwuchs. Also steigt ihr Anteil im gesamten Amselbestand.  In sehr harten Wintern jedoch haben die Zugvögel mehr Überlebenschancen, wohingegen die Sesshaften hohe Verluste hinnehmen müssen.

Im Hochsommer kann es vorkommen, dass Amseln wegen Nahrungsknappheit ihr Revier aufgeben und einen neuen Standort suchen müssen. Gründe hierfür können bei lang ausbleibendem Regen, trockene Böden und/oder ständig geschorene Grünflächen sein.

Insgesamt wird es für die Amsel immer schwerer, sich wegen der zunehmenden Bauverdichtung, Oberflächenversiegelung, Stadtsanierungen und dem Klimawandel durchs Jahr zu schlagen. Trotzdem ist sie immer noch einer der häufigsten Vögel Deutschlands. Wer weiß wie lange noch?

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