Island wider Willen – Zwischen Hochland, Herbststürmen und neuen Perspektiven

Landmannalaugar. Südland, Island

Lange Zeit hatte ich eine Reise nach Island innerlich ausgeschlossen. Zu viele Touristen, zu viele bekannte Fotospots und gefühlt alles längst fotografiert. Als mich meine Freundin jedoch fragte, ob ich sie auf eine Tour abseits der großen Hotspots begleiten möchte, wurde meine Neugier schließlich doch stärker.

Der erste Eindruck war allerdings ernüchternd. Rund um den Flughafen und auf den ersten Kilometern wirkte die Landschaft karg und wenig spektakulär. Doch das änderte sich schlagartig, als wir ins Hochland aufbrachen. Besonders Landmannalaugar faszinierte mich mit seinen bunten Bergen, schwarzen Lavafeldern und endlosen Weiten. Die außergewöhnlichen Farben entstehen durch vulkanisches Rhyolith-Gestein mit unterschiedlichen Mineralien, die die Hänge in Rot-, Gelb-, Grün- und Blautönen leuchten lassen.

Anschließend ging es in die Westfjorde, wo uns das Wetter die meiste Zeit fest im Griff hatte. Regen, Sturm und niedrige Temperaturen machten das Fotografieren zur Herausforderung. Dennoch ließen wir uns nicht aufhalten. Kamera und Drohne mussten unter härtesten Bedingungen bestehen. Bei den starken Böen über dem Meer war jede Landung eine Erleichterung, und wir waren jedes Mal aufs Neue froh, unsere Drohnen wieder heil in den Händen zu halten.

Glücklich die Drohne heil zurück zu haben. Westfjorde, Island

Zum Ende der Reise überraschte uns sogar der erste Schneesturm der Saison und überzog die Berggipfel mit einer feinen weißen Schicht. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war mir klar: Island ist weit mehr als die bekannten Motive entlang der Ringstraße. Die Insel hat mich mit ihrer Vielfalt, ihrer Wildheit und ihren Gegensätzen überzeugt.

Würde ich wiederkommen? Definitiv. Die Nordlichter haben sich diesmal zwar hinter dichten Wolken versteckt, aber genau deshalb gibt es noch einen guten Grund für eine Rückkehr.