Urlaub wie Tag und Nacht

Vor ein paar Tagen kam ich von meinem Urlaub zurück. Im Gepäck jede Menge wundervolle Eindrücke, Erlebnisse und Speicherkarten voll mit Fotos. Wenn man es genau nimmt waren es zwei Urlaube in drei Wochen, die nicht unterschiedlicher hätten sein können –  wie Tag und Nacht.

Landschaftliches Highlight, Osum, Albanien

In den ersten beiden Wochen reiste ich mit einer Gruppe Paddelbegeisterter nach Albanien, um die Flüsse, von denen die Kajakszene so schwärmt, kennen zu lernen. Gestartet bin ich mit vielen Unbekannten, die sich innerhalb kürzester Zeit zu einer tollen Gemeinschaft entwickelt haben. Sowas habe ich bisher selten erlebt. Dementsprechend konnte ich die Erlebnisse auf dem Bach, ohne Spannungen, einfach nur genießen.

Angefangen mit der Cijevna noch auf montenegrischer Seite mit wundervoll glasklarem Wasser. Der Fluss fließt auf albanischer Seite unter dem Namen Cemi weiter. Es bahnte sich ein Highlight nach dem anderen an, mit Kir, Dushit, Valbona und zum krönenden Abschluss der Osum-Schlucht mit ihren gigantischen Felswänden und den Wasserfällen, an denen wir vorbeifuhren.

Außerdem bleibt noch zu erwähnen, dass die Valbona mit ihrem smaragdfarbenen Wasser der Soca ganz schön Konkurrenz macht. Nach diesen Eindrücken kann ich die Schwärmereien des ein oder anderen Kajakfahrers durchaus nachvollziehen. Die Flüsse und das Wildwasser, aber auch die Landschaften, sind wirklich unglaublich schön. Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass die Müllproblematik noch nicht gelöst ist und die Straßenhunde, die auf den Müllbergen nach Nahrung suchen, die Stimmung etwas verdüstern. Wirft man jedoch einen Blick zurück, dann sah es in vielen südlichen Ländern vor Jahren ähnlich aus. Ich bin guter Dinge, dass es auch für Albanien in Zukunft Lösungen gibt und wir nicht mehr an jeder Ecke Berge von Plastik und sonstigem Schrott sehen werden.

Morgendliche Beleuchtung, Algarve, Portugal
Vom Trubel des Tages verlassen, Ponta da Piedade, Portugal

Für die letzte Woche bin ich dann von Albanien nach Portugal an die Algarve-Küste geflogen. Dort traf ich meine Freundin Andrea. Gemeinsam wollten wir die fantastische Felslandschaft ablichten – vorzugsweise bei Nacht. Mit dieser Art der Fotografie habe ich mich bisher noch nicht wirklich beschäftigt und ich habe mich sehr gefreut, dass Andrea mich hier unter ihre Fittiche genommen hat. Irgendwie ist es eine komplett andere Fotografie, als ich sie betreibe. Angefangen vom Scouten der Location bis hin zur detaillierten Planung: Wann haben wir eine klare Nacht? Ist es dunkel genug? Um wieviel Uhr ist die Milchstraße zu sehen und wie steht sie wo? Am Meer hatten wir dann auch noch das Problem mit Ebbe und Flut.

Weg der Sterne, Arco de Albandeira, Portugal

Für eine Location mussten wir durch ein Loch marschieren, was nur bei Ebbe möglich ist. Damit uns der Rückweg nicht abgeschnitten wird, mussten wir vor der Flut um 6 Uhr morgens so fertig sein. Da die Milchstraße aber erst um 4 Uhr dort ist, wo wir sie haben wollten, schied diese Location leider aus. Ohne Planung kann man demnach ganz schön alt aussehen. Außerdem ist es sinnvoll, sich schon tagsüber den Bildaufbau zu überlegen – Nachts sieht man nämlich so gut wie nichts. Mit dieser Vorbereitung waren die Fotos recht schnell im Kasten. Meine Herausforderung begann dann am Rechner. Wie ich erfuhr, gibt es für die Bearbeitung keine konkreten Regeln. Je nach Geschmack kann die Milchstraße dezent oder sehr stark hervorgehoben werden. Meine Bilder versuche ich meist wenig zu bearbeiten, damit der Betrachter das sieht, was ich durch die Kamera wahrgenommen habe. Bei Nachtaufnahmen ist es ein wenig anders, weil die Kamera viel mehr aufnimmt, als wir mit bloßem Auge sehen können. Daher habe ich versucht, diese Details herauszuarbeiten ohne zu übertreiben.

Wie ihr gerade erfahren habt, kann ich von Glück sprechen, dass mich die Fluggesellschaft mit dem Übergewicht an Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen wieder nach Hause geflogen hat.

Die Felslandschaften der Algarve bieten sich hervorragend für Nachtfotografie an, Portugal

Zwischen winterlichen Gipfeln und frühlingshaftem Treiben

Schon im Februar begann der Frühling in Franken seine ersten farbigen Botschaften zu entsenden. Trotzdem konnte ich mich vom Winter noch nicht loseisen. So viele weiße Berggipfel warteten noch auf mich. Also pendelte ich an den Wochenenden in die Alpen, um noch ein paar tolle Skitouren zu gehen. Währenddessen brachen in der Heimat die ersten Frühblüher aus und bevölkerten den Waldboden und die Wiesen. Je nach Standort wühlten sich Buschwindröschen, Leberblümchen und Veilchen, um nur einige zu nennen, durch das vertrocknete Laub und breiteten einen bunten Teppich aus.

Traumhafte Weite in der Engadiner Bergwelt
Spuren im Schnee, Ötztaler Alpen

In den letzten zwei Monaten kam ich mir vor wie in zwei Welten, zwischen denen ich hin und her switchte. Ab 2000 Höhenmetern herrschte noch tiefster Winter in den Bergen und außer ein paar wenigen Spuren im Schnee gab es kaum ein Lebenszeichen. Dennoch zieht mich diese karge, unwirtliche und trotzdem erhabene Landschaft magisch an. Im Hinblick auf Grate und Gipfel der steinernen Giganten komme ich mir so verdammt klein vor und der Weg, welcher vor mir liegt, so unendlich lang. Warum begibt man sich freiwillig in so eine Situation werden sich manche fragen. Weil es unfassbar schön ist, auf einem Gipfel oder höherem Punkt anzukommen und in die Ferne zu schauen. So unglaublich weit reicht der Blick…. aber natürlich nur, wenn die Wetterbedingungen es zulassen. Wenn die Wolkendecke zuzieht, und das kann ja in den Bergen recht schnell passieren, hängt man schnell in der Nebelsuppe fest und versucht stochernd den richtigen Weg zu finden. Da wird es sehr schnell unangenehm. So mancher ist schon 50 Meter von der Hütte entfernt erfroren, weil er diese nicht gefunden hat. Was ich früher für schier unmöglich gehalten habe, kann ich mittlerweile aufgrund der eigenen Erfahrung sehr gut nachvollziehen. Glücklicherweise haben meine Navigationsgeräte immer gut funktioniert.

Ein Kleiner Kohlweißling ist auch schon am Start, Fränkische Schweiz

Seit ein paar Tagen bin auch ich vollständig im Frühling angekommen und genieße die Wärme sowie das bunte Treiben um mich herum. Die Obstbäume stehen in voller Blüte und die Insekten stürzen sich in den Blütenstaub. Unglaublich, wie sich die Dunkle Erdhummel mit ihren prall gefüllten Pollensäcken klimmzugartig an der Blüte festhält, als wäre sie federleicht. Dabei biegt sich manch zarte Blume bedrohlich nah Richtung Boden. Im Gegensatz dazu hält sich der kleine Wollschweber wie ein Kolibri mit schnellen Flügelschlägen in der Luft und setzt sich zum Nektartrinken kaum auf der Blüte ab. Die ersten Schmetterlinge des Jahres sind auch schon am Start und genießen die milde Frühlingssonne. Besonders freuen mich die vielen Waldameisenhaufen, die ich in meinem Fotorevier vor der Haustüre entdeckt habe. Da geht es wild her und mich fasziniert immer wieder die Koordination in diesem Gewusel. Von außen sieht es wie ein hektischer Haufen aus, doch vermutlich weiß jede Ameise, was sie zu tun hat. Einfach Wahnsinn.

Trotz all dieser Faszination ist mir auf der Suche nach Motiven schmerzlich aufgefallen, dass es immer weniger Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und dergleichen gibt, die sich der Bestäubung annehmen. Ich hatte einen Schwarm erwartet, der um die Kirschbäume schwirrt und gesehen habe ich nur einzeln verstreute SammlerInnen. Ich hoffe sehr, dass es in den folgenden Jahren nicht schlimmer wird und wir einen besseren Weg finden, in Einklang mit den Bedürfnissen der Natur und seinen Bewohnern zu leben. Denn ich möchte weiterhin im Frühling vom Summen und Brummen der Bienen und Hummeln empfangen werden und auch vom Gezwitscher der Vögel, die vom Insektenbestand abhängig sind.

Pilz-Zeit

Wenn im Herbst die Niederschläge zunehmen und die richtige Mischung aus Feuchtigkeit und Wärme entsteht, dann sprießen die Pilze aus dem Boden – oder altem Holz. Ihre Nahrung beziehen sie aus lebenden sowie toten Organismen und helfen dadurch Baumüberreste, abgeworfene Blätter, Früchte, aber auch Horn und Fette zu zersetzen. Die dabei entstandenen Stickstoffverbindungen und viele andere Stoffe werden wieder an den Boden abgegeben. Diese Recycling-Aufgabe ist enorm wichtig für den ökologischen Kreislauf des Waldes.

Nicht jeden Pilz können wir mit bloßem Auge sehen – ehrlich gesagt sind es die Wenigsten. Was wir gemeinhin als Pilz bezeichnen sind eher die Fruchtkörper, die einige Pilzarten bilden.

Lampen machen die Sporen im Gegenlicht sichtbar

Vor ein paar Tagen konnte ich beobachten, wie aus so einem Fruchtkörper unglaublich viele Sporen entwichen und von lauen Lüftchen in alle Himmelsrichtungen getragen wurden. Ein faszinierendes Schauspiel muss ich euch sagen. Mehrere Tage lang bin ich mit meiner Fotoausrüstung zu meinem Pilz gepilgert um genau dieses Spektakel einzufangen. Es war gar nicht so einfach diese Minipartikel in der Luft sichtbar zu machen, ohne dass ich mich selbst blendete. Aber auf ein paar Aufnahmen könnt ihr glaube ich schon erkennen, was mich so sehr faszinierte. Nach drei Tagen allerdings war der Pilz vergangen und ich konnte mich auf die Suche nach weiteren Pilzobjekten machen. Vielleicht finde ich ja nochmal so einen Sporenschleuderpilz – und wenn nicht dieses Jahr, dann im nächsten Jahr wieder.

Neuland Korsika

Schon immer träumte ich davon mal nach Korsika zu gehen, um mich von den Schwärmereien meiner Freunde und Bekannten zu überzeugen. An Pfingsten war es dann endlich soweit. Freund mit Kindern eingepackt und los ging es zum Familien-Aktiv-Urlaub. Fotografieren stand da natürlich nicht an erster Stelle, trotzdem mussten auf jeden Fall die Kamera und diverse Objektive mit. Ab und zu gelang es mir dann doch mich aus dem Trubel rauszunehmen und auf Fotosafari zu gehen. In diesen Momenten schien die Zeit still zu stehen, während ich mich vollkommen auf das Motiv konzentrierte.

So verbrachte ich Stunden an einer Ameisenstraße und beobachtete, wie die flinken ArbeiterInnen hin und her flitzten. Gar nicht so einfach dieses Treiben in einem statischen Bild darzustellen. Daher landeten zu Hause mehr als 90 % dieser Versuche im virtuellen Papierkorb. Umso mehr freute ich mich, dass doch das ein oder andere Aufnahmeexperiment gelang.

Ebenso aufregend empfand ich das Ablichten von meeresbewohnenden Schnecken. Die bewegten sich zwar nicht so schnell, dafür musste ich auf den Wellengang achten. Je näher ich mich an das Objekt der Begierde heranwagte, desto größer wurde das Risiko, dass mir eine Welle gegen das Objektiv schwappte. Was für ein Nervenkitzel! Besonders in Anbetracht, welch „gefährliches“ und „schnelles“ Tier ich jagte.

Weitere tolle Motive säumten meinen Weg und ich kann die Begeisterung meiner Freunde vollkommen nachvollziehen. Korsika ist eine wunderschöne Insel, die noch weit mehr zu bieten hat, als ich in den zwei Wochen erlebt habe.  

Jagd der Wasseramsel

Letzte Woche besuchte ich wieder einmal meine zweite Heimat, das Zentralmassiv in Frankreich. Leider war der Aufenthalt auf nur knapp eine Woche beschränkt, und die flog gerade nur so an mir vorbei. Ich denke die meisten kennen das: kaum angekommen, schon muss man wieder packen. Trotzdem gelang es mir am Chassezac und der näheren Umgebung neue Eindrücke zu sammeln und einen Teil auf der Speicherkarte zu archivieren.

Einer davon ist mein Erlebnis mit der kleinen Wasseramsel. Immer wieder begegnet sie mir beim Kajakfahren und jedes Mal erwacht der Wunsch, sie in Bildern festzuhalten. Endlich ist es mir gelungen und ich freu mich riesig darüber.

Skitouren – Winteraction abseits der Piste

Meine Aktivitäten haben längere Zeit auf sich warten lassen. Aber jetzt bin ich wieder mit ein paar neuen Eindrücken am Start.

Vor zwei Jahren habe ich das Skitourengehen für mich entdeckt. Da mich die Berglandschaft schon immer faszinierte habe ich mit dieser Aktivität einen Weg gefunden ihre wilde nahezu unberührte Winterwelt zu erleben – abseits des Pistentrubels und des Massentourismus der Skigebiete.

Wegen meiner Unsicherheit auf den Skiern traute ich mich bislang nicht meine Kamera mit zu nehmen. Das Üben half und letztes Wochenende fühlte ich mich sicher genug um den Foto bergauf und bergab zu schleppen. Was soll ich sagen: Es hat sich gelohnt. Die Stimmung war bombastisch. Nebel, tiefe Wolken mit Schneefall und der Wind hat dafür gesorgt, dass immer wieder die Sonne durchblitzen konnte. Diese Momente….. Einfach grandios! Aber seht selbst.

Von Bläulingen und der Faszination der Spinnen

Schon zu Beginn der Sommerperiode wurde immer wieder über Dürre und Trockenheit mit weitreichenden Folgen berichtet. Bei mir zu Hause ist mehrmals der Strom ausgefallen, was laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes ebenfalls mit den sinkenden Wasserständen und der dadurch eingeschränkten Funktion der Wasserkraftwerke zu tun hat. Meine Eltern, die eine kleine Schafherde halten, kämpfen seit Wochen um neue Weideflächen. Die Wiesen sind so ausgetrocknet, dass die Tiere innerhalb kürzester Zeit die vorhandenen Nährstoffe abgegrast haben.

Was hat das jetzt alles mit Bläulingen und Spinnen zu tun? Naja, viele Bläulinge und Spinnen leben in den Wiesen, wie auch eine Vielzahl weiterer Insekten. Ihnen allen macht die Trockenheit sicherlich sehr zu schaffen. In den letzten Tagen habe ich die Wiesen in meiner Umgebung besucht und war entsetzt. Statt sattem, saftigem Grün und bunten Blüten fand ich nur ausgetrocknete, von der Sonne schwarz verkohlte Überreste. Zu meiner Überraschung wimmelte es jedoch trotzdem von Bläulingen. Bei jedem Schritt flatterte mindestens einer, wenn nicht gar mehrere auf, um sich in Sicherheit zu bringen.

Die Trockenheit macht nicht nur uns zu schaffen.
Viele Bläulinge besitzen auf der Oberseite blaue Flügel, daher auch der entsprechende Familienname.

Also hieß mein Plan, mich morgens auf die Pirsch zu begeben, wenn die kleinen Schmetterlinge mit einer Flügelspannweite von mindestens 20 mm bis höchstens 35 mm noch recht bewegungsunfähig sind. Anfangs tat ich mir schwer, die hervorragend getarnten Tagfalter zu entdecken, doch einmal einen Blick dafür gefunden, sah ich an fast jeder Pflanze Bläulinge.

[Kleiner Exkurs Bläulinge:

Aus der Familie der Bläulinge gibt es weltweit mehr als 5.000 Arten. In Deutschland leben laut Fauna Europaea 48 Arten. Viele davon besitzen auf der Oberseite blaue Flügel, daher auch der entsprechende Familienname. Es gibt jedoch auch Bläulinge mit andersfarbigen Flügeln.

Die kleinen bis mittelgroßen Tagfalter bewohnen unterschiedliche Lebensräume. Von der Heidelandschaft über Dünen bis hin zu Wäldern, Offenland, Parkanlagen und Gärten kann man vielerorts auf Bläulinge treffen.]

Die Morgenspaziergänge setzte ich in den darauffolgenden Tagen weiter fort. Dabei fielen mir auch die vielen Spinnweben auf, die früh morgens durch Tau und Wassertropfen sichtbar werden. Mein erster Gedanke war: Iiiihhh, da will ich nicht reintreten, wie ekelig! Bei näherer Betrachtung faszinierten mich diese Netze, die mit Morgentau benetzt im Sonnenschein funkelten. Wer macht so was, und vor allem wie? Ok, die Frage nach dem Wer ist schnell beantwortet: Spinnen natürlich. Aber wie?

Erst durch die Wassertropfen werden die Spinnweben deutlich sichtbar. Hier ein Baldachinspinnennetz.

Durch meine Recherche entwickelte sich eine ganz neue Sicht auf die „widerlichen“, achtbeinigen Viecher. Ich lernte, dass ohne Spinnen die Welt ganz anders aussehen würde. Wahrscheinlich gäbe es dann Horrorfilme über Schmeißfliegen oder Stechmücken, die über uns herfallen. Aber mal im Ernst: Spinnen zählen zu den wichtigsten Gegenspielern der Insekten in der Natur. Ohne sie sähe die Waage der Natur anders aus. Dies ist deutlich zu erkennen, wenn Insektizide eingesetzt werden. Dabei sterben nämlich nicht nur die Schädlinge, sondern auch die Spinnen. Einem erneuten Befall von Schädlingen hat die Natur dann nichts mehr entgegen zu setzen und der Schaden kann nun viel gravierender ausfallen.

Nicht alle Spinnen weben Netze. Die Wolfsspinne geht in der Nähe ihres Versteckes aktiv auf die Jagt.
Spinnen in Baldachinen hängen unterhalb der Gewölbes mit der Bauchseite noch oben und warten auf herabfallende Insekten.

Aber kommen wir auf die Frage der Spinnweben zurück. Der Spinnenfaden ist eines der Wunderwerke der Natur. Oft wurde versucht ihn nachzubilden oder zu kopieren, was aber mit all seinen Eigenschaften nie gelungen ist. Er verbindet in wunderbarer Weise Elastizität mit Reißfestigkeit, obwohl es sich chemisch gesehen eigentlich nur um eine Eiweiß- und Zuckerverbindung handelt.

[Kleiner Exkurs Spinnen:

Alle Spinnen leben räuberisch und sind auf der Jagd nach Insekten. Aus diesem Grund haben sie eine bedeutende Rolle in der Natur als Regulator der Insektenfauna.

Anders als bei vielen uns bekannten Lebewesen, liegen einige Sinnesorgane der Spinnen in ihren langen haarigen Beinen. So dienen diese nicht nur zur Fortbewegung – selbst glatte Wände und sogar Fensterscheiben können erklettert werden –  sondern auch zum Riechen, Hören und Fühlen. Und zu guter Letzt werden mit ihrer Hilfe die Spinnennetze gewebt.

Das Gift unserer heimischen Spinnenarten ist für den Menschen ungefährlich. In der Regel sind ihre Beißwerkzeuge zu schwach, um die menschliche Haut zu durchdringen.]

Obwohl die Hitze auch den Lebensraum vieler Insekten verändert und ihnen das Überleben schwer macht, gibt es sie immer noch. Die Frage ist nur: wie lange noch? In Berichten habe ich gelesen, dass mittlerweile 75 % der Biomasse zurückgegangen ist. Bemerken kann man das vor allem an den sauberen Windschutzscheiben der Autos. Daher freue ich mich über jedes kleine Lebewesen, das mir über den Weg läuft und welches ich beobachten kann.

Schattenwesen im Spotlight.

Naturparadies Ardèche

In den letzten zwei Jahren musste ich meinen Urlaub nach Frankreich coronabedingt leider immer wieder aufschieben. Doch dieses Jahr gab es kein Halten mehr und es ging mit Sack und Pack an den Chassezac, meine zweite Heimat im Département Ardèche.

Die Wiedersehensfreude war riesengroß und Alles immer noch so vertraut wie seit Kindertagen. Nun konnte ich ohne lange Recherche und Erkundungstouren an den bekannten Schauplätzen auf Motivsuche gehen.

In den Trockentälern wimmelte es in den verbliebenen Tümpeln und Pfützen von Kaulquappen, räuberischen Larven, Wasserskorpionen, Blutegeln, Fröschen, Molchen und vielem mehr. Die Sträucher, Bäume und Wiesen präsentierten in den kommenden zwei Wochen ihr schönstes Blütenkleid, welches eine Fülle an Insekten und Tagfaltern anlockte. Zum ersten Mal gelang es mir, mit dem Segelfalter einen der größeren Ritterfalter Europas vor den Sensor zu bekommen. Des weiteren sorgten Spinnentiere dafür, mir die lästigen Mücken und Fliegen vom Hals zu schaffen. Über mir kreisten, wie eh und je, die Schwarzmilane auf der Suche nach Aas. Auch ein Schlangenadler blitzte kurz am Himmel auf und verschwand wieder im Getümmel der Greifer.

Einige Orchideen konnten es auch schon nicht mehr erwarten, ihre besonderen Formen und Farben zu offenbaren, doch für die Bienenragwurz war es dann leider doch zu früh. Die zwei Wochen vergingen einfach viel zu schnell, und trotzdem konnte ich einige neue Szenen einfangen, welche mir schon lange im Kopf herumschwebten.

Auf der Lauer. Ardèche, Frankreich
Ritterlicher Segelfalter. Ardèche, Frankreich
Kleines Lebewesen auf Multifunktionsbeinen. Ardèche, Frankreich
Laubfrösche können wegen ihrer Haftscheiben als einzige Amphibienart Mitteleuropas am Schilf und auf Bäumen angetroffen werden. Ardèche, Frankreich
Netzakrobat. Ardèche, Frankreich
Hier gibt es wohl besonders viele Mineralien für die Segelfalter. Ardèche, Frankreich
Thymianliebhaber. Graublauer Bläuling. Ardèche, Frankreich
Laubfrosch unterm Sonnenschutz. Ardèche, Frankreich
Ton in Ton. Ardèche, Frankreich
Fadengewirr im Stachelgestrüpp. Ardèche, Frankreich
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Auf der Lauer. Ardèche, Frankreich
Ritterlicher Segelfalter. Ardèche, Frankreich
Kleines Lebewesen auf Multifunktionsbeinen. Ardèche, Frankreich
Laubfrösche können wegen ihrer Haftscheiben als einzige Amphibienart Mitteleuropas am Schilf und auf Bäumen angetroffen werden. Ardèche, Frankreich
Netzakrobat. Ardèche, Frankreich
Hier gibt es wohl besonders viele Mineralien für die Segelfalter. Ardèche, Frankreich
Thymianliebhaber. Graublauer Bläuling. Ardèche, Frankreich
Laubfrosch unterm Sonnenschutz. Ardèche, Frankreich
Ton in Ton. Ardèche, Frankreich
Fadengewirr im Stachelgestrüpp. Ardèche, Frankreich
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Sternstunden eines Jahres

Rückblende auf ein ereignisreiches 2021

Immer noch hat uns das Auf und Ab der Pandemie-Notfallpläne voll im Griff. Und ich merke, wie sich in mir Wellen des Ärgers, der Frustration und der Resignation auftürmen und aufgrund der schlicht nicht mehr nachvollziehbaren Regelungen einen Reigen tanzen. Müdigkeit legt sich über dieses Thema. Die Hoffnung, sich irgendwann wieder frei bewegen zu können, rückt in weite Ferne.

Der letzte analytische Blick bevor es los geht. Koritnica, Slowenien

Jedoch soll dies kein Bericht über das omnipräsente Thema werden, sondern ein kleines aber feines Feuerwerk über Augenblicke der Freiheit – den gegenwärtigen Bedingungen zum Trotz!

Auch in diesem Jahr steckte ich viel Zeit in meine sportlichen Aktivitäten. Doch dieses Mal versuchte ich, meine Leidenschaft für die Fotografie stärker zu integrieren.

Es freut mich sehr, dass vor allem das Kajakfahren in der ersten Hälfte des Jahres wieder vermehrt Einzug in mein Leben gehalten hat. Mein Freund und ich passten jede Gelegenheit ab, um zum Paddeln in den Alpenraum zu fahren. Dabei überquerten wir die Grenzen nach Österreich, Italien, Frankreich, Slowenien und in die Schweiz. Alles keine allzu weiten Ziele, aber trotzdem jedes Mal ein kleines Abenteuer.

Was mich bei der Kajakfotografie besonders fasziniert, ist das Ablichten von Motiven an Orten, die für Wanderer kaum zugänglich sind – ein Privileg, dessen ich mir sehr bewusst bin. Allerdings muss man dafür die Fotoausrüstung im Boot transportieren, was in wilden Gewässern eine ganz schöne Herausforderung darstellt. Dabei gilt es natürlich auch, sich auf die notwendigsten Ausrüstungsgegenstände zu beschränken, was mir persönlich besonders schwer fällt. Glücklicherweise ist mein Partner ein langjähriger Kajakfotograf und stand mir oft mit Rat zur Seite. Auch in Bezug auf die Bildgestaltung lernte ich durch ihn neue Blickwinkel und Betrachtungsweisen kennen.

Mit Freunden wagte ich mich im Oktober auf eine Mehrtagestour an der Ostküste Sardiniens entlang. Auch hier stellte ich mich der Herausforderung, ein Zusatzgewicht von etwa sechs Kilogramm Fotoausrüstung mitzuschleppen – was sich auf alle Fälle rentiert hat! Die Landschaft war grandios und mich machte es sehr glücklich, die vielen Eindrücke auch auf Chipkarten konservieren zu dürfen.  

In der zweiten Hälfte des Jahres wurde ich auch im Klettern wieder aktiv und versuchte mich in der Bildgestaltung von Felsathleten in ihrem Habitat. Gerade auf Sardinien ermöglichten mir die Rahmenbedingungen, tolle Perspektiven mit geringem Aufwand auszuprobieren und festzuhalten.

Die Outdoor Sportfotografie unterscheidet sich meiner Ansicht nach deutlich von der Naturfotografie. Sie beinhaltet die Arbeit mit Menschen, die allerdings – wie auch die Hauptdarsteller in der Tierfotografie – nicht immer das machen, was man sich als Fotograf wünscht. Aber auch wenn man den meisten „Models“ seine Wünsche kommunizieren kann, wenn es darauf ankommt, ist mir ein natürliches Verhalten lieber als gestellte Szenen. Meine Begeisterung für die Fotografie finde ich aber in beiden Spielarten wieder.

In der Schwebe. Koritnica, Slowenien
Spielwiese für Paddler. Koritnica, Slowenien
Eine Szene, die nur Kajakfahrern zugänglich ist. Koritnica, Slowenien
Paddelspaß in einer traumhaften Umgebung. Koritnica, Slowenien
Die Ruhe nach der Action. Koritnica, Slowenien
Blau in Blau. Selvaggio Blu, Sardinien
Verwirrungen mit Lichtblick. Sardinien
Aus Liebe zum Detail. Sardinien
Pinnetta, eine typisch sardische Hirtenhütte. Sardinien
Erhalt der Tradition. Sardinien
Petra Longa – eine der berühmten Felsnadeln. Ostküste, Sardinien
Bestehen am Abgrund. Ostküste, Sardinien
Lauschiges Plätzchen. Sardinien
Rahmenbedingungen. Ostküste, Sardinien
Abseilaktion mit Flair. Selvaggio Blu, Sardinien
Fiochetti e palmette (6c). Canyon Sa Trappara, Ulassai, Sardinien
Lo scialle della luna (6c+). Torre Dei Venti, Ulassai, Sardinien
Fiochetti e palmette (6c). Canyon Sa Trappara, Ulassai, Sardinien
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In der Schwebe. Koritnica, Slowenien
Spielwiese für Paddler. Koritnica, Slowenien
Eine Szene, die nur Kajakfahrern zugänglich ist. Koritnica, Slowenien
Paddelspaß in einer traumhaften Umgebung. Koritnica, Slowenien
Die Ruhe nach der Action. Koritnica, Slowenien
Blau in Blau. Selvaggio Blu, Sardinien
Verwirrungen mit Lichtblick. Sardinien
Aus Liebe zum Detail. Sardinien
Pinnetta, eine typisch sardische Hirtenhütte. Sardinien
Erhalt der Tradition. Sardinien
Petra Longa - eine der berühmten Felsnadeln. Ostküste, Sardinien
Bestehen am Abgrund. Ostküste, Sardinien
Lauschiges Plätzchen. Sardinien
Rahmenbedingungen. Ostküste, Sardinien
Abseilaktion mit Flair. Selvaggio Blu, Sardinien
Fiochetti e palmette (6c). Canyon Sa Trappara, Ulassai, Sardinien
Lo scialle della luna (6c+). Torre Dei Venti, Ulassai, Sardinien
Fiochetti e palmette (6c). Canyon Sa Trappara, Ulassai, Sardinien
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April April – der macht was er will

Schon im Vorfrühling fängt das Leben im Wald an zu pulsieren. Das Trommeln der Spechte ist lautstark über Feld und Flur zu hören. Es dient zur Reviermarkierung und Partnerwerbung. Je wärmer und länger die Tage werden, desto turbulenter geht es im Wald und am Waldrand zu. Die Vögel suchen nach Partnern und geeigneten Brutplätzen. Es wird gejagt, verteidigt, geworben, gezwitschert und tiriliert.

Ab Mitte März kippt das Verhältnis zwischen Tag und Nacht. Die Tage werden nun immer länger und wenn die Temperaturen dann auch noch über 10° Grad steigen, ist das der Startschuss für die Frühblüher. Das kahle Walddach lässt genügend Sonnenstrahlen für die ersten Blümlein bis zum Boden durch. Dazu gehören unter anderem auch Waldschlüsselblume, Schneeglöckchen, Leberblümchen, Märzenbrecher und Buschwindröschen. Sie müssen sich sputen, bevor das Blätterdach zu dicht wird und kaum mehr Licht für die Bodenpflanzen durchlässt.

Auf den Wiesen machen sich ebenfalls Farbkleckse in Form von Krokussen, Narzissen, Gänseblümchen, Löwenzahn und viele weitere breit. In wenigen Gebieten blüht auf Magerrasen die seltene und geschützte Küchenschelle. Diese Nahrungsquellen locken auch die ersten Insekten aus ihren Winterquartieren. Mittlerweile summt und brummt es überall. Die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sammeln den begehrten Nektar und sorgen so für Bestäubung und Fortpflanzung. Alles scheint sehr idyllisch. Doch der April ist mit seinem wechselhaften Wetter unberechenbar. Nächte unter Null und Schneestürme wechseln sich mit Temperaturen über 20 Grad ab. Eine ganz schöne Herausforderung für die zarten Blüten der Pflanzen und ihre Besucher.

Der April lässt die Hyazinthe im Schnee erstarren.

Zum Glück hat sich die Natur auch für die Frühblüher etwas einfallen lassen, um diese Zeiten unbeschadet zu überstehen. Schneeglöckchen beispielsweise lagern Salze in ihren Pflanzenteilen ein, damit die Zellen bei Frost nicht gefrieren. Narzissen hingegen nutzen eine Art Schleimstoff als Frostschutzmittel. Und Bäume lagern Zucker in den Zellen ein um das Gefrieren des Wassers zu verhindern. Bei den Knollen-, Zwiebel- und Rhizomen-Gewächsen kommt noch hinzu, dass sie außerdem genügend Reservestoffe für den Neuaustrieb im unterirdischen Organ speichern. So früh im Jahr liefern die Sonne und der Boden nämlich nicht genügend Energie. Daher werden diese Gewächse auch Geophyten, also Erdpflanzen genannt.

Trotz der extremen Temperaturschwankungen im April schreitet der Neubeginn des Jahres voran. Mit jedem Spaziergang kann ich beobachten, wie sich die Natur weiterentwickelt. Im Wald werden Nester für den Nachwuchs gezimmert, gewoben und ausgebettet. Die Vöglein sammeln fleißig Material für ihre Nester. Und am Boden wird das braune Laub mehr und mehr vom Grün der sprießenden Jungpflanzen verdrängt.

Blaumeise im Abflug.
Blaumeisen sammeln fleißig Material, um den Nistkasten auszupolstern, den die Kinder zusammengebaut haben.
Erlenzeisige in voller Aktion.
Zwischen den Bäumen vertreiben die Buschwindröschen das braune Laub.
Einzelnes Buschwindröschen im letzten Tageslicht.
Ab März blühen die ersten Buschwindröschen in den lichten Wäldern.
Buschwindröschen gehören zu den ersten Blümchen im Jahr.
Der April lässt die Hyazinthe im Schnee erstarren.
Die Blüten hängen wie Glöckchen an ihren Blütenstängeln.
Die Blütenform erinnert an einen umgedrehten Becher oder ein Glöckchen, daher auch die volkstümlichen Namen Märzbecher oder Märzglöckchen.
Märzenbecher können auf den ersten Blick mit Schneeglöckchen verwechselt werden
Die kleine Küchenschelle trotzt dem windig-kalten Frühlingswetter
Küchenschellen findet man kaum noch in größerer Zahl.
Die Küchenschelle gehört zu den Frühblühern.
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Blaumeise im Abflug.
Blaumeisen sammeln fleißig Material, um den Nistkasten auszupolstern, den die Kinder zusammengebaut haben.
Erlenzeisige in voller Aktion.
Zwischen den Bäumen vertreiben die Buschwindröschen das braune Laub.
Einzelnes Buschwindröschen im letzten Tageslicht.
Ab März blühen die ersten Buschwindröschen in den lichten Wäldern.
Buschwindröschen gehören zu den ersten Blümchen im Jahr.
Der April lässt die Hyazinthe im Schnee erstarren.
Die Blüten hängen wie Glöckchen an ihren Blütenstängeln.
Die Blütenform erinnert an einen umgedrehten Becher oder ein Glöckchen, daher auch die volkstümlichen Namen Märzbecher oder Märzglöckchen.
Märzenbecher können auf den ersten Blick mit Schneeglöckchen verwechselt werden
Die kleine Küchenschelle trotzt dem windig-kalten Frühlingswetter
Küchenschellen findet man kaum noch in größerer Zahl.
Die Küchenschelle gehört zu den Frühblühern.
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